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Become a Lover

Als ich irgendwann in meinem Leben auf die Reise ging, die Liebe zu erkunden, war mir nicht bewusst, auf was ich mich da überhaupt einlasse. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, ich hatte, was meinen Weg anbetrifft, gar keine Wahl. Denn wie eine geschlüpfte Schildkröte habe ich mich auf den Weg gemacht das Meer zu finden. An der Oberfläche unbewusst, doch meine Seele wusste genau wohin sie mit mir wollte. Streckenweise habe ich mein Leben als sehr herausfordernd und manchmal sogar als eine Bestrafung empfunden. Warum nur musste ich all das erleben? Der Schmerz, der immer wiederkehrende Verrat, menschliche Verluste. Immer wieder neu anstrengen, um auf Erfolgskurs zu gehen, immer das Beste für die Menschen wollend und doch immer wieder eine blutige Nase geholt.

Ich kann es kaum zählen, wie oft ich einfach gern alles hingeschmissen hätte, keine Lust mehr hatte, diesen so anstrengenden Weg weiterzugehen. Immer wieder wurde mir etwas weggenommen oder große Anstrengungen und Entsagung nicht belohnt. Das sollte der Weg der Liebe sein? Dass ich nicht lache! Ich konnte es kaum von mir selbst rechtfertigen, diesen Weg weiter zu erforschen, geschweige denn ihn zu empfehlen oder zu lehren.

Der Weg der Liebe, sollte der nicht wunderschön, leicht und beschwingt sein? Immer einen leichten Engelsgesang im Ohr und ein mildes Lächeln auf den Lippen. Leicht schwebend durchs Leben gehen … .

Es ist leicht, aber eben nicht immer einfach

Bei mir grüßte täglich das Murmeltier. Eine Herausforderung jagte die andere und manche präsentierten sich immer wieder, eben nur in einer anderen Farbe. Wenn ich gewusst hätte, wo der Schalter war, an dem man seine Kündigung abgeben kann, hätte ich das sicher öfters getan. Doch irgendwann verstand ich, mein Weg legt etwas Großartiges in mir frei. Das Licht drängte aus mir heraus und musste sich durch alle Muster, Widerstände und Schonhaltungen durcharbeiten. Die Schildkröte hatte keine andere Wahl. Das Meer zu erreichen war alternativlos.

Also schüttelte ich mich oft genug und habe mich wieder vom Leben leiten und berühren lassen. Und Ja - berühren lassen heißt nicht immer sanft streicheln. Es haucht seinen Atem oft ganz schön rein, in Deine Wunden. Es bringt Dich mit Menschen zusammen, die Dir auf den Zahn fühlen, Dich herausfordern und sich mit den Händen in die Hüfte gestemmt in Deinen Weg stellen. Und nicht selten sind es genau die Menschen, die Dir sehr wichtig und nah sind. Denn nur die schaffen es durch Deine Firewall hindurch.

Unsere Einweihungen und Initiationen finden im Alltag statt. Oft ohne Engelschöre und feierlicher Kulisse. Im Alltag lernst du die Liebe. Mit deinem Partner, deinen Kindern, deinen Nachbarn, deinen Kollegen, Freunden, deinen politischen Gegnern, den „Andersgläubigen“, den Rowdies und allen anderen, die dir täglich über den Weg laufen.

Wir sind in der Praxisphase und können täglich üben, Liebende zu werden. Und hier bitte nicht mit der „Ich-habe-euch-alle-so-lieb-Haltung“ verwechseln. Denn ein Liebender zu werden hat erstmal nur etwas mit dir zu tun und nicht damit, dass du alle lieb hast.

Dem Ruf des Meeres folgen

Es dauert etwas, bis du den Weg, den Du gehst, wirklich verstehst. Warum das alles genauso ist. Zu oft verlierst Du Dich in therapeutischen Einzelanalysen und bearbeitest sehr akribisch die Details. Doch irgendwann fangen die Schleier an sich zu lüften und es geschieht das, was man im Osten Maya nennt. Du beginnst die Illusion zu erkennen und loszulassen. Du beginnst durch Deine alten Glaubensmuster hindurch zu schreiten, beginnst auf einmal die vielen Kämpfe, Widerstände und Bemühungen zu sehen. Du beginnst Dein Leben zu verstehen. Du verstehst, dass jedes Erlebnis, jeder Schmerz, jedes Leid, jeder Verlust seinen Sinn hatte. Das alles eine große göttliche Komposition ist, damit Du die Möglichkeit hast, dass Meer zu erreichen.

Du trägst einen wunderbaren Kompass in Dir, der Dir den Weg dahin zeigt. Dieser Kompass ist die Sehnsucht und das tiefe Wissen, das ist das Meer gibt. Das ist die Stimme, die jedem Zweifel trotzt und Dich immer weitergehen lässt. Dieses stille Sehnen, dass wir Zeit unseres Lebens erfolglos mit Kompensationen versucht haben zu füttern. Die Sucht nach Partnerschaft, Anerkennung, materieller Sicherheit, Erfolg im Beruf, … Die Sucht geliebt zu werden. Denn wenn ich geliebt werde, dann ist schließlich alles gut. Eben nicht!

Ein kleiner Plastik-Swimmingpool ersetzt auch nicht den Anblick, den Duft und den Klang des Meeres. Und schon überhaupt nicht das Gefühl, wenn das Wasser mit deinen Füssen spielt.

Den Widerstand aufgeben

Wenn Du es erlaubst und deine Widerstände aufgibst, befreit Dich das Leben von allen „Handelsbeziehungen“ und Ersatzbefriedigungen. Genau da wartet schon die nächste Aufgabe. Du musst erstmal erkennen, dass du diese Widerstände hast. Das du kontrollieren willst, wie du dich ins Leben fallen lässt.
Vor jeden, der die Kontrolle aufgibt, seine Sicherheitsgurte ablegt, sich ans Herz fasst und sich voller Vertrauen ins Leben fallen lässt, vor dem ziehe ich meinen Hut. Denn wir Menschen sind in diesem Fall nicht wie die kleinen geschlüpften Schildkröten, die einfach loslaufen. Wir müssen uns mit unserem Verstand auseinandersetzen. Oder besser gesagt, über ihn hinwegsetzen, um loszugehen.

Ich habe diesen Schritt immer wieder gewagt und ich bereue es nicht. Das Leben ist und bleibt mein bester Lehrer und zeigte mir an jeder Ecke an, wo es Richtung Meer geht. Es hat meine Beziehungen ausgedünnt und neu geformt, es hat das Bild von mir selbst und meinem Platz in der Welt einem totalen Waschgang unterzogen und der ist vermutlich auch noch nicht ganz abgeschlossen.

Die Liebe zu erfahren bedeutet, dass Du Dich auf Gott zu bewegst. Du beginnst zu verstehen, was Gott wirklich ist und in was für einem großen wunderbaren Spiel wir uns hier befinden. Ein so perfektes Spiel, das jedem maßgeschneidert sein persönliches Spielzeug anbietet. Und am Ende des Spiels wartet das Meer auf Dich. In diesem Spiel gibt es keine Verlierer. Jeder erreicht das Meer. Der eine nur etwas eher, als der andere.

Dieses Spiel ist zu großartig, als dass Du es mit dem Verstand verstehen kannst. Genau deshalb ist es auch so wichtig, über Deinen Verstand hinaus zu gehen. Wenn Du das hinbekommen hast, dann kannst Du das Meer schon riechen. Dann siehst Du vielleicht schon den Strand oder hörst das Rauschen der Wellen.
Wenn Du über diese Hürden gegangen bist, dann hört alles Leiden auf. Dann weißt Du, dass Du zu keinem einzigen Zeitpunkt wirklich in Gefahr, dass Du niemals wirklich verloren warst und schon gar niemals allein.

Become a Lover bedeutet nach Hause zu kommen. Become a Lover heißt, ich bewege mich wieder auf meinen Ursprung zu. Meine Essenz, auf das was ich bin. Heil, lebendig und ein Ausdruck von Kreativität und Lebensfreude.

So wie es für eine Rose das Natürlichste ist, einfach zu blühen. Sich in ihrer Schönheit zu zeigen und ihren Duft zu verströmen, so ist es unser aller Weg, endlich zu ein, was wir sind. Wenn wir unserer wahren Natur endlich Raum geben und die Welt mit unserem Licht und unserem Lächeln beschenken. Das ist Liebe.

© 2019 Sabine Häring

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